Die Bahnfahrt im Wandel der Zeit

Veröffentlicht: 31. Juli 2008 in Freizeitgestaltung, Gelaber, Musik

Um so komplizierter der Ticket-Erwerb, um so reibungsloser klappte die Bahnfahrt nun an sich. Keine Verspätungen, bei jeder Tour hatte ich mehrere Plätze zur Auswahl, keine nervigen Mitreisenden und auch sonst gab es eigentlich nix zu meckern…

Natürlich kommt jetzt ein „Aber“:
Aber früher bin ich trotzdem lieber mit der Bahn gefahren als heute. Schuld daran sind zwei Umstände, die sich nicht miteinander vertragen: Ich bin noch Raucher und alle Züge sind rauchfrei. An sich ja voll ok. Ich weiß, dass es gesundheitsschädigend ist und will mit meinem Laster nicht andere Menschen belästigen oder gar deren Gesundheit gefährden. Trotzdem nimmt es mir einen festen Bestandteil meiner Bahnfahrtsromantik, der ich gerade heute wieder nachgetrauert habe.
Zu einer perfekten Bahnfahrt gehört für mich nun mal: Ein Fensterplatz, ein freier Sitz neben mir, auf den ich meine Tasche/Rucksack stellen kann, ein nettes Getränk (schon wieder etwas, dem ich nachtrauere, früher gab es so praktische Cola/Rum-Mischungen in der Dose an jedem Bahnhof zu erwerben), gute Musik über Kopfhörer, ein gutes Buch, eine neue „Rock Hard„, ausgiebiges Tagebuchschreiben und dabei hin und wieder eine Zigarette zu rauchen. Die Stunden konnten da nur so verfliegen und ich hab jede Minute genossen!
Heute mangelte es nicht an guter Musik (Juliette & The Licks – „You’re Speaking My Language“, Brand New Sin „Recipe For Desaster“, Daturah – „Reverie“, Opeth „Watershed“, The Mission – „God Is A Bullet“), das gute Buch war „Als wir unsterblich waren“ von Tony Parsons, ich hatte einen Fensterplatz (wunderschöne Landschaften und tolle Ruinen gab es zu bewundern) und mein Rucksack stand neben mir, ich habe Tagebuch geschrieben, die neueste „Rock Hard“ hatte ich auf der Hinfahrt erworben, wieder interessante Ausgabe mit DVD, und musste auch nicht verdursten. Dass es diesmal ganz brav nur Selter war… nun ja, plötzlich war dann keine Zeit mehr, mir was Besseres zu besorgen, und der Wille, einen Weg zu finden war auch gering, denn irgendwie gehören Rauchen und Trinken halt einfach zusammen – wenn man Raucher ist.

„Früher war alles besser… “

Nein! Nicht alles, aber das Rauchverbot in der Bahn reiht sich nun ein in die Liste dieser großen Kleinigkeiten, die einem das Leben mal versüßt haben und die man jetzt vermisst.

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