Kavka vs. Nagel

Veröffentlicht: 7. April 2011 in Literatur, Rezensionen, Wortschatz

Direkt hintereinander hab ich „Rottenegg“ von Markus Kavka und „Was kostet die Welt“ von Nagel gelesen. Da die Romane einige Ähnlichkeiten haben, lohnt sich der Vergleich:

Worum geht es: Nachdem Gregor Herzl an einem Tag seinen Job als Moderator bei einem Musiksender und seine Freundin verloren hat, daraufhin eine Art Zusammenbruch erlebt, beschließt er, sich eine Auszeit zu nehmen. Er läßt Berlin hinter sich und zieht erstmal wieder zurück zu seinen Eltern in die Bayrische Provinz. Dort versucht er sich neu zu sortieren, an alte Freundschaften anzuknüpfen, ein Buch über die Musikindustrie zu schreiben und über seine Ex-Freundin hinweg zu kommen.

Schreibstil: Gut! Der Roman liest sich leicht und flüssig. Auch wenn betont wird, dass alle Personen, „besonders die Hauptfigur“, frei erfunden sind, hab ich natürlich die ganze Zeit Kavka als Erzähler im Kopf gehabt. Gefallen hat mir, wie unaufgeregt er z.B. über Drogen schreibt, etwas gestört hat mich manchmal der geschriebene Dialekt, aber er passt einfach zur Geschichte.

Worum geht es: Meise hat 15.000 Euro von seinem Vater geerbt und sich vorgenommen, das Geld nur für Reisen auszugeben, die sein Vater nie unternommen hätte. Zurück in Berlin stellt er fest, dass noch etwas Geld übrig ist. Die letzten 1.000 Euro sollen nun für einen Besuch bei einer Reisebekanntschaft draufgehen. Und so kommt es, dass er ein Wochenende auf einem Weingut im Moseltal verbringt, bei einem Typen, den er eigentlich kaum kennt, dessen Freundin und Familie. Das bietet einigen Stoff, um über sein Leben nachzudenken.

Schreibstil: Ich bin begeistert! Endlich mal wieder einer, der nicht nur erzählt, der nicht nur einem geraden Handlungsstrang folgt, sondern kunstvoll mit Worten und Sätzen um ihn herumtanzt, ohne ihn dabei aus den Augen zu verlieren. Mit spannenden und überraschenden Gedanken. Knackig, bissig, interessant!

Und nun der abschließende Schnitzel-Vergleich:
Rottenegg“ ist ein wirklich gutes Schnitzel, nicht zu fettig oder trocken, und macht satt.
Was kostet die Welt“ ist ein saftiges Gourmet-Schnitzel, perfekt gebraten, mit einer knusprigen Panade und tollen Gewürzen abgeschmeckt. Ein Schnitzel, von dem man noch Jahre später schwärmt!

Guten Appetit! 😉

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