Cherryman jagt Mister White

Veröffentlicht: 26. Mai 2011 in Literatur, Rezensionen, Wortschatz

Cherryman jagt Mister White“ von Jakob Arjouni

Habe ich schon mal erwähnt, dass ich eine Schwäche für Romane von Diogenes habe? Wenn man mich nach meinem Lieblingsverlag fragen würde, würde ich wohl spontan Diogenes sagen. Ich mag die Auswahl der Autoren und die Cover. Und es ist der einzige Verlag, dessen Bücher bei mir zusammen stehen dürfen – alle anderen sind nach Genre und Autoren sortiert auf die Räume verteilt.

Aber kommen wir nun zu dem neuen Roman von Jakob Arjouni, ein dünnes Büchlein mit 168 Seiten, das es in sich hat!

Der 18jährige Rick schreibt einen Bericht für den Kriminalpsychologen Dr. Layton. Über das, wofür er verhaftet wurde, was ihn nachts in seiner Zelle nicht schlafen lässt, weil die Bilder immer wieder kommen, und wofür ihn die Presse als „Massakerman“ bezeichnet. Was passiert ist, erfahren wir nun nach und nach.

Ich hatte die vier schon von weitem gesehen und gehofft, sie wären zu beschäftigt oder zu blau, um mich zu bemerken. Heiko, Mario, Robert und Vladimir. Statt wie üblich die Abkürzung über die Wiese zu nehmen, folgte ich dem Kiesweg und machte einen weiten Bogen um sie. Aber ich hatte nicht bedacht, wie laut der Kies an einem windstillen, trockenen Tag unter meinen Schritten knirschen würde.“ (S. 9)

Rick lebt in einem Kaff in Brandenburg, nahe bei Berlin, bei seiner (nicht leiblichen) Tante Bambusch. Seine Eltern sind bei einem Autounfall verstorben. Seit einem Jahr sucht er schon nach einer Lehrstelle. Nun machen ihm ausgerechnet die vier Jungs, denen er lieber aus dem Weg geht (nicht zuletzt, weil sie aus Spaß seine Katze getötet haben), ein Angebot: Sie kennen jemanden, der einen Gärtnerlehrling sucht. In Berlin. Zwar ist ihm dieser Pascal, der die Lehrstelle vermittelt, unsympathisch, aber für diese traumhafte Chance nimmt er das in Kauf. Auch das merkwürdige politische Gequatsche über Nationalstolz und die Ankündigung, dass er ihm für den Job einen Gefallen schuldig ist. Bis er dann eine Weile später, wo er Spaß bei der Arbeit und sich in die hübsche Gemüsehändlerin Marilyn verliebt hat, erfährt, was er dafür tun muss…

Wow, ein knackiger und absolut glaubwürdiger Roman, der unter die Haut geht! Sehr empfehlenswert!

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s