Archiv für die Kategorie ‘Bewegte Bilder’

Nach den zwei neuen Updates kommt nun ein wenig Werbung für eine echt geniale Serie: „Der Tatortreiniger – Der letzte Dreck
Es gibt sie wirklich, gute deutsche Serien, sogar von den öffentlich-rechtlichen Sendern produziert, doch leider wird dafür dann kaum Werbung gemacht und die Sachen werden einfach mal auf den ungünstigsten Sendeplätzen (gerne in der Nacht, wenn alle braven Arbeitnehmer schlafen) versendet, damit ja keiner mitbekommt, dass unsere GEZ-Gebühren mal nicht für gruselige Volksmusiksendungen verschwendet werden. So wäre es auch beinahe dem „Tatortreiniger“ passiert. Gäbe es nicht das Internet (allein auf Facebook haben innerhalb einiger Wochen schon über 16.000 Nutzer auf „Gefällt mir“ geklickt), wo sich viele Fans dieser kleinen aber feinen Serie zusammengerottet und nach mehr (und besseren Sendezeiten) verlangt haben. Denn nach den ganzen überflüssigen Daily-Soaps, Casting-Shows und sonstigen Fremdschäm-Formaten, die täglich das TV-Programm verstopfen, sind wir einfach hungrig nach gutem Stoff! Nach Fernsehen, das von Leuten gemacht wird, die Spaß an ihrer Arbeit haben, und den Wunsch, dem Zuschauer etwas Gutes zu bieten und ihn mit ihrer Begeisterung anzustecken. Und als dann die Serie auch noch für den Grimme-Preis nomiert wurde, blieb dem NDR dann gar nichts anderes übrig, als die Serie noch mal auszustrahlen (nun wenigstens um 22 Uhr und nicht um 3 Uhr in der Nacht, wie die ersten beiden Folgen).

Kurz zum Inhalt: Heiko Schotte, genannt „Schotty“, reinigt Tatorte. Bei dieser Arbeit trifft er in jeder Folge eine andere Person in der betroffenen Wohnung. Meistens einen Hinterbliebenen oder den Wohnungsinhaber. Und aus diesem Zusammentreffen in einer wirklich nicht alltäglichen Situation für die meisten Menschen (außer für Schotty), ergeben sich dann spannende, unterhaltsame, skurrile und philosophische Gespräche und Situationen. Schotte wird übrigens von Bjarne Mädel gespielt, der hier kaum mehr Ähnlichkeit mit dem Ernie aus „Stromberg“ oder „Der kleinen Mann“ hat, und dadurch zeigt, was für ein guter und wandlungsfähiger Schauspieler er ist.

Vor ein paar Tagen ist die DVD erschienen, die ich Euch jetzt ans Herz legen möchte. Vielleicht bringt es ja was, wenn die Öffentlich-Rechtlichen an den Verkaufszahlen sehen, dass wir Zuschauer ihren Mut, mal etwas Neues auszuprobieren, sehr begrüßen. Also würdet Ihr mit dem Kauf gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: Eine großartige Serie kennenlernen und ein Statement abgeben. 😉
Bei Amazon.de für 12,95 €

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Tatortreiniger auf YouTube

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Hier noch ein paar interessante Links zum „Tatortreiniger“:

Stefan Niggemeier – „Ein Mann für den letzten Dreck“

Spiegel.de – „Putzmann  mit Herzblut“

Süddeutsche.de – „Mehr als nur putzen“

Oliver Kalkofe in einem großartigen und langem Interview (alle vier Teile schon online) über das Fernsehen. Welche Fehler von den deutschen Sendeanstalten gemacht werden, Vergleiche zum Ausland und ziemlich gute Empfehlungen von teils noch unbekannten Serien: Teil 1 hier (klappt nicht mit Adblock 😉 )

Und, wo ich gerade beim Thema bin, muss ich unbedingt auf die nächste Ausgabe von Fernsehkritik.tv hinweisen, die nächste Woche erscheinen soll: Da ist nämlich Serdar Somuncu zu Gast. Das wird garantiert interessant!

Kürzlich habe ich dann auch endlich gepostet, dass einige Werke von Stephen King verfilmt werden, nun kann ich gleich nachlegen, dass die beiden Romane seines Sohnes Joe Hill ebenfalls zur Zeit als Filmvorlagen dienen.
In „Heart Shaped Box“ (deutscher Buchtitel war „Blind„) geht es um einen in die Jahre gekommenen Rockstar, der kuriose Horrorgegenstände sammelt und einen Geist im Internet ersteigert.
In „Horns“ (deutscher Buchtitel war „Teufelszeug“ – Rezi von mir dazu hier) erwacht ein Mann nach einer durchzechten Nacht mit Teufelshörnern auf der Stirn, was eine merkwürdige Wirkung auf die Menschen in seiner Umgebung hat…
Ich war von beiden Romanen sehr begeistert und bin darum natürlich mordsgespannt, was aus den Verfilmungen wird!

Und noch eine Geschichte über einen Vater und einen Sohn, aber hier geht es um nur ein Buch und eine TV-Serie, nämlich „Sh*t – Ansichten meines Dads“ von Justin Halpern. Dank eines denkbar schlechten Timings des Schicksals musste Justin Halpern mit 28 wieder bei seinen Eltern einziehen. Sein 73 jähriger Vater ist das, was man gerne ein „echtes Original“ (was ja eigentlicht doppeltgemoppelt ist, gibt es denn ein unechtes Original?) nennt, jemand, der ohne Rücksicht auf Verluste immer laut seine Meinung sagt und sich einen Dreck um politische Korrektheit schert. Eines Tages hat Justin angefangen, die Sprüche seines Vaters bei Twitter zu posten. Innerhalb kurzer Zeit schoß die Zahl seiner Abonnenten in Höhe und ein Verlag fragte nach, ob er nicht ein Buch über seinen Vater schreiben möchte.
Er wollte.
Und ich hab es nun gelesen.
Und hab mich bestens unterhalten gefühlt!
Zwischen den kurzen Geschichten aus dem Leben der Halperns gibt es immer ein paar Seiten mit Sprüchen seines Vaters:

Menschenkenntnis
Dir werden im Laufe deines Lebens viele Wichser begegnen, aber denk dran: Die Frage ist nicht, wie groß das Arschloch ist, sondern wie viel Scheiße rauskommt.

Mein erster Joint
Ziemlich gut, was? … Im Ernst? Also, da gehen unsere Ansichten entschieden auseinander. Aber wehe, du erzählst das deiner Mutter. Sag ihr, ich hätte dir die Leviten gelesen und dich einen Volltrottel genannt. Nein, sag ihr am besten gar nichts. Siehst du, jetzt werde ich schon ganz paranoid, dabei habe ich gar nichts geraucht.“

Zigarren
Du bist einfach kein Zigarrentyp … Wie ich darauf komme? Mein Gott, du hälst das Ding, als ob du einer Maus einen runterholen würdest.“

Bush oder Gore?
Gore ist zwar ein ziemlich aufgeblasenes Arschloch, aber immer wenn ich Bush sehe, habe ich das Gefühl, der hat sich letztes Jahr in die Hose gekackt und schämt sich deswegen noch heute.

Modische Frisuren
Kann deinen Altersgenossen nicht mal jemand beibringen, wie man sich die Haare kämmt? Das sieht ja aus, als hätten sie zwei vögelnde Eichhörnchen auf dem Kopf.

Natürlich bietet sich der Stoff als Sitcom an, also folgte die, mit William Shatner als Vater, recht bald. Hier mal ein Info-Trailer:

My Dad auf YouTube

Beat News!

Veröffentlicht: 13. März 2011 in Beats, Bewegte Bilder, Literatur, Neuerscheinungen, Wortschatz

Auf den ersten Versionen von Mardou.de war die Beat Generation das Hauptthema, da ist es eigentlich eine Schande, dass so einige (teilweise auch nicht mehr ganz frische) News hier noch nicht aufgetaucht sind:

Die schon seit Jahrzehnten geplanteVerfilmung von Jack Kerouacs „On the Road (Unterwegs)“ nimmt immer mehr Gestalt an. Und hier gibt es sogar schon erste Bilder. Allerdings sind diese Artikel schon ein paar Monate alt… Doch wer weiß, es gab wohl bereits erste Drehtage, und vielleicht kommt der Film wirklich dieses oder nächstes Jahr ins Kino?

Bereits im Kino lief/läuft „Howl„, ein Film über das berühmte Gedicht von Allen Ginsberg, welches damals einen Skandal auslöste. In dem Film geht es wohl um die Gerichtsverhandlungen, wo Ginsberg und sein Verleger Ferlinghetti Ende der 50er Jahre dem prüden Amerika Rede und Antwort stehen müssen.
Ja, ich hab ihn noch nicht gesehen, aber das hol ich schon noch nach. Hier ein paar Einblicke:

Howl auf YouTube

Auch für das Bücherregal gibt es neue Schätze:

On the Road – Die Urfassung“ von Kerouac kam im September 2010 und liegt seit dem ungelesen in meinem Beats-Fach im Arbeitszimmer. Ich hab mich noch nicht rangewagt, wohl auch, weil ich die alte Übersetzung so mochte, wie sie war. Aber „Früher war alles besser“ ist selten die richtige Einstellung, also bin ich ziemlich sicher, dass ich es bald lesen werde. Ich warte nur noch auf besseres Wetter, denn es ist schon eines der Bücher, das man an der frischen Luft lesen sollte.
Diese Urfassung hält sich nun eng  an das Manuskript auf der legendären 40 Meter langen Papierrolle, das Kerouac zwischen dem 2. und 22. April 1951 geschrieben hat. Die von ihm selbst später vorgenommenen Änderungen und Kürzungen wurden wieder rückgängig gemacht. Und natürlich ist es, in unserem Falle, auch noch mal neu übersetzt wurden.

Hier mal ein Vergleich der ersten Zeilen:

(1959/1998) „Ich begegnete Dean das erste Mal nicht lange nachdem meine Frau und ich uns getrennt hatten. Damals hatte ich gerade eine schwere Krankheit hinter mir, über die ich hier nicht weiter reden will, außer daß sie etwas mit der elend lästigen Trennung zu tun hatte und mit meinem Gefühl, daß alles tot war. Mit Dean Moriarty begann der Teil meines Lebens, den man mein Leben unterwegs nennen könnte. Davor hatte ich oft davon geträumt, in den Westen zu gehen und mir das Land anzusehen, hatte vage Pläne geschmiedet – und war nie gestartet.“

(2007/2010) „Zum ersten Mal traf ich Neal, kurz nachdem mein Vater gestorben war … Ich hatte gerade eine schwere Krankheit hinter mir, von der ich gar nicht groß reden will, bloß dass sie mit dem Tod meines Vaters zu tun hatte und mit dem scheußlichen Gefühl, dass alles tot war. Mit Neals Auftauchen begann so richtig der Teil meines Lebens, den man mein Leben auf der Straße nennen kann. Vorher hatte ich immer davon geträumt, nach Westen zu gehen, das Land zu sehen, hatte immer vage Pläne gemacht, war dann aber nie wirklich losgekommen und so.“

The Beats – Die Geschichte der Beat Generation – Eine Graphic Novel“ ist im November 2010 erschienen.
Mehrere Zeichner haben sich der Beats und ihrer Lebensgeschichte angenommen. Leider schwangt die Qualität der Beträge und ich muss sagen, dass ich es (alle paar Wochen mal ein paar Seiten – bin etwa zur Hälfte durch) mit gemischten Gefühlen lese. Wenn man sich mit dem Thema gut auskennt, wirken die „Comics“ (da die Herausgeber selbst von „Comics“ sprechen, darf ich das also auch 😉 ) manchmal unfreiwillig komisch (aber nicht wirklich lustig) oder befremdlich. Aber interessant sind die verschiedenen Interpretationen und diese Zeitreise an sich allemal!

 

Mein Bruder, die See“ von Kerouac in diesem Monat.
Ein bisher unveröffentlichtes Buch über seine Zeit bei der Marine. Mit Fotografien von verschiedenen Fotografen.

 

Lebendiger Buddha“ von Kerouac ebenfalls in diesem Monat.
Eine neu entdeckte Biographie, die Kerouac über Siddhartha Gautama geschrieben hat.

 

Und die Nilpferde kochten in ihren Becken“ von Kerouac und Burroughs kommt im September 2011 als Taschenbuch (das Hardcover gibt es schon seit Februar 2010).
Ein Roman über einen Seemann, einen Privatdetektiv und einen Mord, der im New York der 40er Jahre spielt und den Kerouac und Burroughs einst gemeinsam geschrieben haben.
Das Taschenbuch hab ich mir jetzt mal bestellt.

 

Demnächst kommen so einige Verfilmungen von Kings Büchern ins Kino:

„Der dunkle Turm“ („The Dark Tower“) in Form von drei Kinofilmen (wohl ähnlich aufwendig produziert wie „Herr der Ringe“ oder „Harry Potter“) und als TV-Serie, welche dann die Lücken (warum muss es denn Lücken geben?) zwischen den Filmen schließen soll. Hoffentlich kommt der deutsche Zuschauer auch in den Genuss der TV-Serie… Das und noch mehr gibts auf Filmstarts.de nachzulesen.
Ich bin mordsgespannt auf die Verfilmungen, aber es macht mir ein wenig Sorge, dass Ron Howard Regie führt. Den Großteil seiner Filme mochte ich nicht und irgendwie bleibt er für mich auf Ewigkeit der rothaarige Junge aus „Happy Days„.

„Das letzte Gefecht“ („The Stand“) wird neu verfilmt. Könnte auch eine gute Sache werden, der fast 4-Stunden-Film aus den 90ern war ja nicht sooo dolle. Von dem Remake hat King (lt. Filmstarts.de) erst im Internet erfahren und geäußert, dass er sich nur eine Trilogie vorstellen könnte, da sich der Stoff nicht in zwei Stunden abhandeln lässt.

Auch „Friedhof der Kuscheltiere“ („Pet Sematary“) soll aufgefrischt auf die Leinwand kommen (äh… Filmstarts.de…). Das verstehe ich nicht so ganz, denn die Verfilmung von 1989 war doch einfach passend und gut. Da gäbe es einige andere Romane von ihm, die es endlich verdient hätten!

Und zu einem neuen „Pet Sematary“ würde es auch kein Video von den „Ramones“ geben (leider ist das mit den Filmausschnitten nicht mehr zu finden)…

Ramones auf YouTube

Die drei ??? und der Ohrwurm

Veröffentlicht: 11. Mai 2010 in Bewegte Bilder, Fundstücke, Musik

Wie ich schon hier erwähnte, gab es vor einer Weile eine weitere Livetour der legendären Fragezeichen, diesmal mit dem „seltsamen Wecker“. Und das hier ist einer der herrlichsten Ausschnitte dieser grandiosen Tour-DVD :

??? bei YouTube