Ich will nicht behaupten, dass es damals besser war als heute. Im Nachhinein ist die Vergangenheit oft Ansichts- und meistens Stimmungssache. Wenn ich mich mal 20 Jahre zurück denke, klingt das jetzt gerade so:
Es gab mal eine Zeit, in der man sich keine Playlists zusammengestellt hat, sondern Tapes aufgenommen hat. Später waren es gebrannte Mix-CDs.
Aber am schönsten fand ich die Tape-Phase. Wo man vor der Anlage saß und an Reglern geschoben, Knöpfe gedreht, Übergänge ausgesucht, ein- und ausgeblendet hat, gespult, gespult, gespult und den Atem angehalten hat, ob das Stück noch komplett auf die Seite passt. Momente, in denen ein paar Sekunden über Frust oder Erleichterung entscheiden konnten.

Ohne meinen Walkman habe ich nie das Haus verlassen und hatte Kassetten für jede Stimmung, für jedes Wetter, für jede Lebenslage. Ich möchte nicht glauben, dass die Musik wirklich damals besser war. Da würde man den vielen talentierten Musikern, die es zweifellos immer gibt, Unrecht tun. Ich denke, dass ich heute etwas faul bin, um neue geniale Gruppen zu entdecken und nicht, dass es nur noch seelenlose Plastikmusik gibt, dass Plattenfirmen wirklich nur noch massentaugliche Ware veröffentlichen.
Musik ist eine Massenware geworden, weil man sie auf so vielen Wegen (oft kostenfrei) in unglaublich großen Mengen sofort zur Verfügung hat. Die Qual der Wahl, der Überfluss… und dadurch etwas fehlende Wertschätzung.

Damals lief die Musikbeschaffung noch anders ab. Man machte sich auf den Weg in einen Laden, wo man das Objekt der Begierde oft bestellen und Wochen darauf warten musste. Man stöberte auf dem Flohmarkt. Man lieh sich Platten und CDs bei Freunden aus. Heute hat man mit ein paar Klicks sofort alles, was das Herz begehrt.

Ich erinnere mich an Abende und Nächte, die man auf dem Fußboden vor der Anlage verbrachte, in denen man umgeben von Platten, CDs, Flaschen, Gläsern und vollen Aschenbechern auf dem Teppich saß, allein oder als 2-Mann-Feten, und an deren Ende eine kleine perfekte Kassette geboren war, die man dann am Morgen auf dem Heimweg hörte, während man müde im fast leeren Bus saß oder durch die frische Morgenluft stiefelte und Liedübergängen entgegenfieberte, die einem in der Nacht so viel Zeit und Nerven gekostet hatten.

Ich erinnere mich daran, wie ich Abende lang darauf gewartet hatte, dass ein bestimmtes Musikvideo im Fernsehen gespielt wurde. Der Fernseher lief über Stunden stumm (damals wurde auf MTV und VIVA wirklich noch Musik gesendet!), auf der Anlage meine Musik, aber die Fernbedienung lag griffbereit. An Quellen wie YouTube war noch nicht zu denken.

Warten. Hoffen. Geduld. Und es genießen, wenn man ES dann endlich mal wieder sehen und hören konnte. Man konnte nicht einfach „One“ und „Metallica“ in die Suchmaske eingeben, wenn man Bock darauf hatte, jetzt mal schnell genau das Video zu sehen.

Hatte man sich ein neues Album gekauft, hat man es ein paar Mal hintereinander gehört, das Booklet durchgeblättert, jedes Wort gelesen, jedes Bild studiert. Es gibt da eine Szene in dem Film „Velvet Goldmine“, in dem Christian Bale sich genau so eine frischgekaufte Platte anguckt. Ich liebe diese Szene, weil sie das Feeling perfekt einfängt. Leider gibt es das nicht als Ausschnitt auf YouTube zu finden. (Stellvertretend hier eine andere Lieblingsszene aus diesem grandiosen Musikfilm:)

Hat mir Musik früher mehr Spaß gemacht?

Keine Ahnung. Ich hab noch immer Spaß daran, mir die Stücke anzuhören oder solche Videos zu gucken. Nur ist ein großer Anteil eben das, was ich schon damals gehört und geguckt habe. Das ist dann so wie das große Doppelwohlfühlpaket: Der genussvolle Konsum von Musik, die ich mag, gepaart mit den Erinnerungen und Stimmungen, die ich seit so vielen Jahren damit verbinde. Da weiß man, was man hat. Und neue Sachen haben es oft schwer, daneben zu bestehen. Hat man vielleicht nur einen bestimmten Speicherplatz in sich, der einfach über die lange Zeit so gut gefüllt ist, dass man zufrieden und satt ist? Ich weiß, was ich hören will, wenn ich fröhlich, traurig, nachdenklich, entspannt oder aufgedreht sein möchte.
Aber manchmal meldet sich da so eine leise Stimme, die nach Neuem ruft und mir zum Thema Musik Faulheit und Bequemlichkeit vorwirft.

Recht hat sie! Es ist zwar nicht so, dass ich nur alte Sachen höre, aber der Anteil ist schon sehr hoch. Also nehme ich mir jetzt einfach mal vor, die Augen und besonders die Ohren wieder aufzusperren und auf Entdeckung zu gehen. Mal den inneren Musikspeicher auszumisten und mit neuen Stücken zu befüllen. Versprochen!

Sollte ich jemals die Situation erleben, dass ich nur ein Buch aus der brennenden Wohnung retten kann, würde ich nicht lange überlegen: „Erogene Zone“ von Philippe Djian.

djian
Es gibt kein Buch, in dem ich öfter gelesen habe, als in diesem ersten Teil von Djians Trilogie über den Schriftsteller Zorg. Es sieht mitgenommen aus und fühlt sich an, wie eine alte Lederbrieftasche, die man seit Jahren täglich bei sich trägt: Weich, abgerundet, vertraut und etwas schmuddelig. Es ist ein treuer Gefährte auf Reisen, auch im Alltag wandert es noch heute alle paar Monate mal durch die Wohnung, und das seit bald 20 Jahren, also mein halbes Leben.
Ich kann mich bei vielen Büchern daran erinnern, wie ich sie gekauft und gelesen habe. Meistens nur kleine Szenen, kurze Gedankenfetzen. Bei „Erogene Zone“ kann ich im Kopfkino den halben Tag dazu abspielen, so genau hat sich der Kauf und besonders das Lesen der ersten Seiten eingebrannt, weil es mich sofort aus den Socken gehauen hat. Sowas hatte ich bis dahin noch nicht gelesen, ich war so begeistert, elektrisiert, wie nur selten in meinem Leben. Leider bin ich auch schon dahinter gekommen, dass mit fortschreitendem Alter solche Momente immer seltener werden, weil man einfach schon so viel kennt und es nicht wirklich viel Neues gibt. Bekanntes wiederholt sich nur in neuer Zusammensetzung oder mit neuem Anstrich.
Ich denke, dass etliche seiner Leser aus dieser Zeit es ähnlich empfinden. Djian hat uns mit späteren Romanen oft enttäuscht, weil wir einfach die Stimmung in dieser Trilogie geliebt haben. Es ist wie ein wunderbares melancholisches Lied über das Leben, Freiheit und Leidenschaft, bei dem man sich einfach gut und lebendig fühlt, wenn man es hört. Und darum ist es so, wie bei einem Musiker, der vor vielen Jahren eben dieses eine Lied hatte, das alle noch Jahrzehnte später bei jedem Konzert lautstark fordern und mit dem größten Applaus und Jubel belohnen. Und das er vielleicht selbst mittlerweile hasst, weil er ständig daran gemessen wird.
Und nun ist die „Erogene Zone“ von Phillipe Djian vergriffen. Da mag so manch einer sagen, dass die Vergleiche hinken, aber für mich fühlt es sich so an, als hätte ich gerade erfahren, dass „Der Fänger im Roggen“, „On the Road/Unterwegs“ oder der „Steppenwolf“ vergriffen sind.
Lieber Diogenes Verlag, Bücher, die Leben verändern, sind viel zu selten, die kann man doch den nachfolgenden Generationen nicht vorenthalten?!
„Später hing ich in einem Liegestuhl, keine Ahnung, wie ich da reingekommen war, ich sah den Sternenhimmel, und der Gedanke, ich sei ein Nichts, der kam mir nicht, ich dachte nicht an diese Milliarden von Sonnen und an den ganzen Kram über den Ursprung des Lebens, an den unendlich Abgrund der Parallaxen und die Theorie des Urknalls, nein, ich dachte, verdammtnochmal, hoffentlich hat sie meinen Roman nicht zum Fenster rausgeschmissen, hoffentlich hat sie es nicht getan! Ich biss die Zähne zusammen, und ne Zeit lang lief es mir kalt den Rücken runter.“ (S. 164)

Damit sich nicht wieder so ein großer Stapel anhäuft, gibt es jetzt schon druckfrischen Nachschub:

Die Kometenjäger“ von Marc Deckert
Dieser Roman war eine echte Überraschung. Ganz unscheinbar stand er zwischen all den Leseexemplaren bei uns in der Filiale, mit zerrissenem Einband, und einem knappen Klappentext:
Es muss dunkel sein …

Sehen ist schwieriger als Glauben. Ohne meinen Freund Tom hätte ich das wohl nie begriffen. Ohne ihn wäre mir zum Beispiel für immer verborgen geblieben, wie viele Phasen, Nuancen und Zwischenräume die Dunkelheit hat. Und erst recht hätte ich niemals erfahren, was wirklich danach kommt …

… wenn wir die Sterne am Himmel erkennen wollen.
Ich hab die erste Seite überflogen, mein Interesse war geweckt, hab den Bucheinschlag mit Tesa geflickt und ihn adoptiert.
Der Dank war eine wirklich tolle und sympathische Geschichte + einem kleinen Einführungskurs in die Astronomie.
Philipp ist 28 und lebt und jobbt in Landsberg am Lech recht ziellos vor sich hin. Der Vater eines Freundes bietet ihm an, die Illustrationen für ein Kindersachbuch über das Weltall zeichnen. Um sich Inspiration zu holen, besucht er eine Sternwarte und begegnet dort dem einige Jahre jüngeren Tom, dessen ganze Leidenschaft die Astronomie ist. Die beiden recht unterschiedlichen jungen Männer freunden sich an. Und als Tom in einer „Sternenangelegenheit“ eine Reise in die USA unternimmt, begleitet Philipp ihn. Mehr möchte ich gar nicht verraten.
Ich hoffe, dass dieser tolle Roman ganz viele Leser findet, die danach ebenso begeistert sind wie ich, und ebenfalls wieder öfter in den Sternenhimmel schauen. Außerdem hoffe ich, dass Herr Deckert es nicht bei diesem Debütroman belässt!

Oneiros“ von Markus Heitz
Ach schön, ein neuer Markus Heitz!
Wie schlimm muss es sein, zu wissen, dass immer alle Lebewesen um einen herum sterben, sobald man einschläft… Und wie gefährlich erst, wenn man auch noch Narkoleptiker ist!
Aus diesen beiden Gedankenspielen hat Markus Heitz wieder einen spannenden Roman gezaubert.
Konstantin, ein Bestatter aus Leipzig ist mit dem Fluch der Todschläfer geschlagen, weswegen er nur wenig oder abgeschieden auf einem Boot schläft. Er ist nicht der einzige. Auch nicht der einzige, der auf der Suche nach dem außer Kontrolle geratenen Narkoleptikers ist, der eben mal versehentlich alle Insassen eines Flugzeugs umbringt.
Phantastisch, spannend, rasant, gut recherchiert (mit kurzen Märchen, Sagen und Geschichten über den Tod, die in dem Roman eingebettet sind) – wie erwartet!

Young Sherlock Holmes – Der Tod liegt in der Luft“ von Andrew Lane
Hhm… ich hatte mir etwas mehr von erhofft. Wo ich doch momentan, dank der gigantischgrandiosengroßartigen „Sherlock„-Serie in der perfekten Sherlock-Stimmung bin. Und den Film aus den 80ern von Chris Columbus, „Das Geheimnis des verborgenen Tempels„, in dem es auch um den jugendlichen Holmes geht, mag ich immer noch sehr.
In dem 14jährigen Sherlock, dem wir hier begegnen, ist der zukünftige Meisterdetektiv leider kaum zu erkennen. Es ist einfach nur ein aufgeweckter und netter Junge, der in seinen Sommerferien beim Onkel in einen Kriminalfall stolpert. Gemeinerweise ist es auch noch ein erster Teil und wird mindestens eine Trilogie. Doch ich schätze, es wird mein einziger bleiben.
Eine der interessantesten, intelligentesten und ungewöhnlichsten Figuren der Literatur muss diese Eigenschaften auch bereits als Schüler gehabt haben. Dieser Junge hat sie nicht. Der Roman ist nicht schlecht, eine gute Jugendkrimigeschichte, aber eben kein glaubwürdiger Holmes.

Identität“ von Dan Chaon
Ich bin echt überrascht, dass dieser Roman so wenig gute Rezensionen bekommen hat. Aber schätze, es liegt an dem irreführendem Wort „Thriller“ auf dem Cover. Denn wer einen klassischen rasanten Thriller erwartet, wird einfach enttäuscht sein. Dabei fängt die Geschichte ziemlich hart an: Einem Sohn wird von einem ihm Unbekannten eine Hand amputiert, weil der Vater etwas nicht sagen oder zugeben möchte.
Doch der Rest des Romanes ist relativ frei von Gewalt.
Psychodrama trifft es besser. Ich mochte die intensive Figurenzeichnung, diese schwüle, düstere und rastlose Stimmung, die an einen „Film noir“ erinnert, ich habe gespannt die drei Hauptfiguren verfolgt, die alle mit Identitätswechsel oder Identitätsraub zu tun haben. In vielen Rückblicken werden ihre Geschichten erzählt, während sie alle unterwegs sind, auf der Suche oder auf der Flucht.
Und am Ende führen alle Fäden zusammen…
Sprachlich sehr angenehm, spannende Figuren, intelligente Unterhaltung mit überraschenden Wendungen – viel besser als jeder 08/15-Thriller! Oder, um es mit Jonathan Franzen zu sagen:
Ich habe lange darauf gewartet, dass jemand mal ein richtig gutes Buch über Identitätsraub schreibt, und ich bin sehr froh, dass Dan Chaon es nun getan hat!

Vatermord und andere Familienvergnügen“ von Steve Toltz
Wo also soll ich mit dem Bericht unserer schrecklichen Odyssee ansetzen? Mach’s nicht zu kompliziert, Jasper. Vergiss nicht, dass die Vereinfachung komplexer Zusammenhänge die Menschen zufriedenstellen, nein, geradezu begeistern. Abgesehen davon, meine Geschichte ist verdammt gut – und zudem auch noch wahr. Ich weiß nicht, warum, aber darauf scheinen die Leute Wert zu legen. Mich selber hingegen würde es vor Neugier kaum auf dem Stuhl halten, wenn mir einer sagen würde: >Ich muss dir ’ne tolle Geschichte erzählen, und jedes Wort davon ist glatt gelogen!<
Ich kann es genauso gut jetzt zugeben: Was folgt, handelt zu gleichen Teilen von meinem Vater wie von mir. Ich finde es grässlich, dass niemand seine Lebensgeschichte erzählen kann, ohne seinen Erzwidersacher zu einer Berühmtheit zu machen, aber das liegt nun mal in der Natur der Sache. Und die Sache ist die: Ganz Australien verachtet meinen Vater wohl wie keinen Zweiten, genauso wie sie seinen Bruder, meinen Onkel, wie keinen Zweiten verehren.“ (S. 13)
Mehr sollte man über diesen Roman gar nicht wissen, bevor man mit dem Lesen beginnt, denn dann erwartet einen ein wilden Trip voller Überraschungen. Dieser dauert fast 800 Seiten an, ist herrlich schräg, spannend, intelligent und einfach nur verdammt gut! LESEN!!!

Die Tribute von Panem 1 & 2 & 3“ von Suzanne Collins
Ja, ich hab sie gelesen, alle drei Teile. Und sogar recht flott hintereinander. Der erste war toll, der zweite schon etwas weniger und der dritte… na ja…
Durch nicht näher erläuterte Umstände wird Nordamerika in einer fernen Zukunft „Panem“ heißen und vom „Kapitol“ beherrscht. Nach einem Aufstand wurden aus den einst dreizehn Distrikten nur noch zwölf Distrikte, die in relativer Armut im Gegensatz zum luxuriösem Kapitol leben. Und jedes Jahr finden, in Erinnerung an diesen Aufstand, die „Hungerspiele“ statt, in dem aus jedem Distrikt ein Junge und ein Mädchen ausgelost werden. Diese 24 Kinder kämpfen dann in den Hungerspielen gegeneinander. 23 sterben und der Sieger und sein Distrikt werden reich belohnt.
Als die kleine Schwester von Katniss gezogen wird, meldet sie sich freiwillig als Tribut, um ihre Schwester zu verschonen. Und die 74. Hungerspiele um Leben und Tod beginnen.
Mehr kann man nun gar nicht erzählen, ohne die Geschichten der zwei weiteren Bände zu verraten.
Der erste Band war noch eine bitterböse Satire auf die ganzen Castingshows, der zweite fast nur noch ein neuer Aufguss und der dritte Teil ist dann eher ein Kriegsbericht, in dem viele Charaktere vollkommen verändert wirken, was dem Ganzen die Glaubwürdigkeit nimmt.
Die Verfilmung des ersten Teils war übrigens eine ziemlich Enttäuschung.

Die schöne Kunst des Mordens“ von Jeff LindsayACHTUNG: Voller „Dexter“-Spoiler!
Der vierte „Dexter„-Roman.
Es ist schon eine komische Sache, wenn man sowohl die TV-Serie als auch die Roman-Reihe über den sympathischen Serienkiller Dexter Morgan verfolgt. Denn ab dem zweiten Band/der zweiten Staffel gehen beide Varianten verschiedene Wege. In der TV-Serie wird Dexter Vater und Rita stirbt, in den Romanen lebt sie weiter, aber ihre beiden Kinder aus erste Ehe werden zu Dexters Schülern, was ich etwas befremdlich finde. Im Roman weiß seine Schwester von seiner düsteren Leidenschaft, in der Serie nicht – und in den Romanen kommt sie zu dem auch noch recht unsympathisch rüber, was sie im TV nicht ist. Auch sonst gibt es noch einige Unterschiede. Dennoch ist der Stil (besonders auch der trockene Humor) sehr ähnlich, und während des Lesens sieht und hört man eben den TV-Dexter.
Ok, worum gehts es in diesem Roman?
Ein neuer und ziemlich kreativer Serienkiller treibt in Miami sein Unwesen. Er dekoriert die Leichen und hinterlässt davon Videos auf YouTube. Und auch eines von Dexter beim Morden…
Wer die Reihe und/oder die Serie kennt, den erwartet ein unterhaltsamer Thriller. Ich persönlich mag die TV-Serie mehr.

Blackout“ von Marc Elsberg
Ein Horrorroman ohne Monster. Nur ein erschreckend realistischer Roman über eine Welt ohne Strom. Etwas, was hoffentlich niemals passiert, aber nicht ausgeschlossen ist. Ein ähnliches Thema hatte schon der großartige „Rattentanz“ von Michael Tietz.
Auch hier war die Recherche außerordentlich gründlich, es gibt so viele Dinge, über die man sich noch nie ernsthafte Gedanken gemacht hat. Innerhalb von zwei Tagen wäre die Welt, die wir kennen, eine vollkommen andere und sehr viel härtere Welt.
In Europa fällt, durch einen terroristischen Anschlag, nach und nach der Strom aus. Wir begleiten einige Personen, auch die Attentäter, über mehrere Tage. Es gibt weder Strom, noch Wasser, noch Heizung. Und schnell schlägt die anfängliche Solidarität und Hilfsbereitschaft der Menschen untereinander in Gewalt und Abzocke um.
Spätestens ab der Hälfte des Buches spielt man mit dem Gedanken, sich einen großen Vorrat an Batterien, Wasser und Konserven anzulegen.
Ein schrecklich spannender Roman!

Okkult“ von Peter Straub
Ein harter Knochen. Aber ich hab mich durchgebissen.
Gelohnt hat es sich allerdings nicht.
Ich mochte Peter Straubs Zusammenarbeit mit Stephen King, gemeinsam haben die beiden „Der Talismann“ und „Das schwarze Haus“ geschrieben, zwei wirklich gute Romane, an die ich mich nach all den Jahren noch sehr gut erinnern kann. Es soll irgendwann auch noch einen dritten Teil geben, auf den ich mich jetzt schon freue. Das war wohl der Grund, der mich zu diesem erst kürzlich erschienen Roman greifen ließ. Auch der Klappentext klang spannend:
Der charismatische Campus-Guru Spencer Mallon nutzt die Ergebenheit seiner jungen Anhänger schamlos aus – auch um sexuelle Gefälligkeiten zu erhalten. Als er eines Tages mit seinen Verehrern ein okkultes Ritual abhält, kommt es zur Katastrophe: Zurück bleiben eine zerstückelte Leiche und die zerrütteten Seelen der Teilnehmer an der teuflischen Messe …
Leider ist die Geschichte dahinter einfach nicht spannend, nur ziemlich verworren. Was nach Horrorthriller klingt, ist eine anstrengende Reise voller Zeitsprünge – hin und zurück. Das erste Viertel macht noch irgendwie Spaß und man ist neugierig darauf, was nun wirklich passiert ist, aber der Weg dahin wird immer langatmiger und was man dann zu guter Letzt erfährt, ist weder großartig überraschend, noch interessiert einen dann besonders…
Meine einzige Empfehlung: Finger weg. Lohnt sich nicht.

SaRg niemals nie“ von Dan Wells
Seine Trilogie über den jugendlichen Serienkiller war der Hammer, der Einzelroman („Du stirbst zuerst„) danach enttäuschend. Also waren meine Erwartungen nicht besonders groß. Zumal es sich hier auch noch einen „witzigen Vampirroman“ handelt, der um 1800 spielt… hhm… das schreit nach einer weiteren Enttäuschung. Aber: Mitnichten! Schon in seinen anderen Romanen schwang ein angenehmer schwarzer Humor durch die Zeilen, aber hier gibt er alles und hat mich an die richtig guten Romane von Christopher Moore erinnert. Tolle Situationkomik, die, ohne platt zu wirken, einfach nur Spaß macht!
Frederick Whithers gelingt die Flut aus dem Gefängnis. In einem Sarg. Und als er aus diesem mitten in der Nacht entsteigt, halten ihn Vampire für den Erhabenen, ihren Obervampir. Sein bester Freund und Verbündeter auf der Flucht vor den Vampiren und dem wahren Obervampir wird John Keats, ein poetischer Wundarzt. Später kommt auch noch die junge Mary Shelley hinzu, die Körperteile von Leichen sammelt.
Ein schräges und äußerst unterhaltsames Lesevergnügen!

Mein böses Herz“ von Wulf Dorn
Der vierte Roman von Herrn Dorn, diesmal für Jugendliche ab 14 Jahren. Und aus der Sicht eines Mädchens geschrieben. Auch hier war meine Erwartung etwas verhalten, seine ersten beiden Romane haben mir sehr gut gefallen, aber der dritte war etwas schwach. Doch „Mein böses Herz“ war wieder ein wirklich spannender und gutgeschriebener Thriller! Die sechszehnjährige Doro hat einen Aufenthalt in der Psychiartrie hinter sich, als sie mit ihrer Mutter aufs Land zieht. Der Tod ihres kleinen Bruders, den sie eines Morgens leblos im Bett vorfand, hat sie ziemlich mitgenommen. Zumal sie noch immer nicht weiß, was am Vorabend, als sie auf das Kleinkind aufpassen sollte, wirklich passiert ist. Ob sie vielleicht Schuld am seinem Tod ist.
Eines Abends taucht in dem Schuppen neben ihrem Haus ein verstörter Junge auf, der von etwas „Bösem“ stammelt, das hinter ihm her ist. Und schon ist er auch wieder verschwunden. Richtig unheimlich wird es, als sie erfährt, dass der Junge, den sie dort sah, ein paar Tage zuvor verstorben ist…
Man merkt auch hier wieder, dass Herr Dorn sich sehr gut mit der Psyche des Menschen und psychiartischen Kliniken auskennt, und, zum Glück, überhaupt nicht, dass da ein erwachsener Mann aus der Sicht eines jungen Mädchens geschrieben hat. Ein richtig toller Thriller mit Sommerfeeling!

Ich bin ein Genie und unsagbar böse“ von Josh Lieb
Ok, ich bin kein 12jähriger Junge, also nicht die eigentliche Zielgruppe. Aber ich mag Romane über schräge und altkluge Jungs. Trotzdem das so ein Roman ist, mit viel bissigem Humor, wurde ich mit dem kleinen, unsagbar bösem Genie nicht wirklich warm. Er war mir zu viel Genie (der mit 12 Jahren der drittreichste Mensch der Welt ist, weil er sich schon in ganz jungen Jahren, dank seiner Intelligenz, ein geheimes Imperium aufgebaut hat und als nächstes Ziel die Weltherrschaft anstrebt) und zu unsagbar böse. Oder eigentlich nur unsagbar traurig, ohne sich selbst dessen bewußt zu sein. Zum Glück hat sich das dann zum Ende hin etwas relativiert. Und seine fiesen Streichen haben auch einiges Gute bewirkt. Trotzdem. Auch wenn der Autor sonst für die Simpsons schreibt und dieser Humor in manchen Szenen angenehm durchblitzte, auch wenn die Bilder (zwischendurch gibt es immer wieder Fotografien, die sich auf die Handlungen beziehen) und einige Ideen echt unterhaltsam waren, hat mich der Roman einfach nicht richtig begeistern können.

Öfter mal Frosch sein…

Veröffentlicht: 27. April 2012 in Freizeitgestaltung, Fundstücke, Gelaber

In einem Teich voll hungriger Fische muss ein Frosch tüchtig springen, wenn er heraus will.
(Zitat aus dem Hörspiel „Die drei ??? und der sprechende Totenkopf“)

Frosch auf YouTube

Dieser Frosch hat es wohl vorgezogen, sich eine Auszeit zu nehmen und einfach mal die Beine baumeln zu lassen. Sofern man dem Hinweis unter dem Video trauen kann, saß der Frosch ohne menschliches Zutun einfach so da, also wurde weder festgeklebt, noch festgetackert oder sonst wie beeinflusst.

Und weil er mir so gut gefallen hat und ich nach dem Frühstück Lust aufs Zeichnen hatte, habe ich ihn mit Aquarellfarben in meinem Skizzenbuch verewigt.

In allen Scrapping-Läden ist jetzt das SMASH- und Washi-Fieber ausgebrochen. Nun hab ich mich auch infiziert, wie man sieht… Aber man kann ja alles so herrlich miteinander kombinieren. Die Washi-Tapes (das sind die bunten Kleberollen oben im Bild), sind einfach der Hammer, weil man sie ganz leicht und spurenlos wieder ablösen kann. Und SMASH ist das hier:

SMASH auf YouTube

Natürlich wird nun seit einer Weile schon in meinen Notiz- und Tagebüchern gesmasht, was das Zeug hält! *g*